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3. April 2021: Ostern - das Fest der Hoffnung

Ostern ist das Fest der Hoffnung. Das Versprechen, dass auch nach einer quälenden Gegenwart immer noch etwas kommt. Im jetzt zweiten Pandemie-Ostern stärkt sich solcher Glaube. In der aktuellen Realität fragt man sich allerdings 'was denn noch kommt?' Die politisch Verantwortlichen müssen liefern! Und sie machen es uns, den Wellen der Pandemie folgend, mitunter schwer, noch an sie zu glauben. Das Virus spult seinen genetischen Code nach Regeln ab, die wir noch nicht vollständig begreifen. Das ist sicherlich niemandem vorzuwerfen. Aber wenn man dann trotzdem dieses Stückchen Code zur Verhandlungsmasse im ewigen, vorpandemischen Trott irgendwelcher Landtagswahlen oder innerparteilicher Hahnenkämpfe macht, dann dokumentiert man damit, quer durch die gesamte Parteienlandschaft, dass man die nötige Demut vor nicht verhandelbarer Wissenschaft noch immer nicht aufbringt. Die Entschuldigung unserer Kanzlerin für die voreilig verkündete 'Osterruhe'? Na ja, diese 'Osterruhe' war ja doch eher ein Ausfluß einer übernächtigten Kakofonie. Viel entscheidender ist es doch nachzufragen, warum den Wissenschaftlern in den vergangenen Monaten nicht zugehört wurde und z.B. viel zu zögerlich Impfstoff geordert wurde. Warum? Weil Sterben sich für den Einzelnen weder mit Statistik noch mit höheren Werten relativieren lässt. Dann kann man gleich wie Markus Söder auf Gott als Beschützer verweisen. Das passt dann auch zu Ostern. Allerdings hat in dieser Logik Gott uns ja auch dieses Virus geschickt. Womit wir wieder am Anfang sind.
Der Einzelne empfindet die Pandemie tatsächlich noch weitgehend wie an deren Anfang. Impfstoff? Irgendwann. Bis dahin? Regeln befolgen. Regeln, die teilweise kein Mensch mehr nachvollziehen kann. Und dann, bitte, bitte nicht durchdrehen wegen drohender Insolvenz, Arbeitslosigkeit, Homeschooling, Ostern ohne Oma und Opa und Videokonferenzen in Dauerschleife. All das schaffen die meisten leidlich. Wenn sie nicht von einem Apparat, der durch Wegducken vor echtem Lockdown Führung und Fürsorge verweigert, über ersatzweise vorgenommene Übersprungshandlungen weiter verwirrt werden: da gehen auf der einen Seite über 20.000 Verblendete zum größten Teil ohne Masken auf die Straßen von Kassel und auf der anderen Seite kontrollieren die Ordnungshüter auf Schulhöfen, ob die Mädchen und Jungs dort auch Mund und Nase vorschriftsmäßig bedeckt halten. Wir müssen endlich reden! Nicht nur über das, was in den vergangenen Wochen und Monaten schief gelaufen ist, sondern auch darüber, was danach kommt. Was kommt, wenn wir das Virus weitestgehend im Griff haben? Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, die Macht der Digitalplattformen oder das Rentensystem sind einige Themen. Hier sind dann Einsicht und Kompromissbereitschaft gefragt. Auf allen Seiten! Auch mit Blick auf verfrühte Beschimpfungen und Regelbrüche, die die Politik ihrerseits zurecht als Zumutung empfindet. Auch das gehört zur Wahrheit. Wie auch der Umstand, dass es 'die Politik' ja gar nicht gibt. Sondern nur Menschen, die auf verschiedenen Ebenen Verantwortung tragen und ihr vielfach ja auch gerecht werden. An allem Übrigen muss gearbeitet werden. Gemeinsam. Zügig. Bestmöglich. Für die Zeit nach der quälenden Gegenwart.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen ein frohes Osterfest.......und bleiben Sie gesund.


03.04.2021/HE
nach einem Text von Lars Hennemann ( Verlag Rhein-Main, Mainzer Allgemeine) bearbeitet von Hans Espenschied

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