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13. März 2021: Nur meckern hilft auch keinem ----ein Kommentar von Hans Espenschied

Seit Monaten beschäftigt uns tagaus tagein das Coronavirus. Schlag die Zeitung auf: Corona, schau dir die Tagesschau an: Corona, Thema Nr. 1 beim Einkaufen, im Kindergarten in den Schulen: Corona. Jeden Abend irgendeine Talkshow im Fernsehen, die sich mit dieser Pandemie beschäftigt, Diskussionen im Bundestag und Schuldzuweisungen ohne Ende, Jeder gegen Jeden. Besonders nervig die Ewignörgler ohne konstruktive Vorschläge, wie man die 'Krise' besser lösen kann und die, die im Nachhinein alles besser wissen. Da fallen mir ganz spontan die in blau getarnten Braunen, aber immer wieder auch Herr Lindner von der FDP ein.
Die Frage, die wir alle uns dabei stellen sollten, ist, bringt uns diese ewige Daueraufregung denn auch nur einen Millimeter weiter? Ist das der richtige Umgang mit dieser Krise oder mit Krisen ganz allgemein?
Ich meine, nein! Sollten wir nicht alle einen Gang runterschalten, verstärken wir mit diesen ständigen gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht auch noch die Wirkung der 'Corona-Krise'?
Was für den einen gut zu sein scheint, ist für den anderen eine kleine Katastrophe. Da siehst du im TV den künstlich beatmeten und um sein Leben kämpfenden Covid19- Patienten und dann hast du Mitleid mit den kleinen Einzelhändlern. Und schon stehst du vor dem Dilemma: Lockdown verschärfen im Sinne der Infizierten und den schwer Erkrankten oder mehr lockern, damit die Einzelhändler, die Gastronomie und Hotellerie endlich wieder 'aufatmen' können?
Fast reflexartig kommt dann bei vielen die Wut auf 'die da oben'. Alles, aber auch wirklich alles, was 'die da oben' machen, machen sie falsch. Beispiel: in Schnellverfahren werden Impfstoffe zugelassen. Falsch, so die 'Besserwisser' , das ist wegen nicht bekannter Nebenwirkungen viel zu gefährlich. Jetzt plötzlich lechzt jeder nach dem Impfstoff und ganz Verrückte würden sogar den eines im Selbstversuch und an etwa 100 (!) Probanden 'erprobten' Impfstoff eines Arzte aus Schleswig Holstein zulassen. Und weil das so einfach nicht geht, schimpft man dann auch wieder 'auf die da oben'.
Wie jüngst zu lesen war, gibt es Mitbürger*innen, die fordern, die Inzidenzgrenzen von 35, 50 oder 100 zu ignorieren, abzuschaffen, weil sie von der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert werden. Da muss man sich schon auch fragen, ob wir nicht gleich abschaffen sollten, was 'die Bevölkerung' nicht akzeptiert. So funktioniert aber ein Gemeinwesen eben nun mal nicht.
Jeder Einzelne hat zunächst einmal eine Verantwortung für alle, und sollte die Verantwortung für das Ganze zuerst einmal bei sich selbst suchen!
In diesen Zeiten heißt das, erst einmal zu akzeptieren, dass die seit nunmehr über einem Jahr rollende Viruswelle eine nicht mehr abwendbare Katastrophe ist. Nüchtern und rein naturwissenschaftlich betrachtet jedenfalls.
Ist es in solchen Situationen dann nicht vernüftiger, wenn Jede und Jeder sich in seinem Bereich so engagiert und einbringt, dass sich etwas zum Positiven ändern kann? Gefühle kontrollieren erleichtert ein zivilisiertes Miteinander und hilft bei der Akzeptanz von Unabänderlichem. Ruhig und gelassen bleiben, sich immer wieder an die eigene Nase fassen, so handeln, dass ich weder mich, noch meine Umwelt in Gefahr bringe. Das ist die Philosophie, die uns allen gut tun würde.
Meckern und ständig Alles und Jeden kritisieren ist einfach, bringt uns aber nicht weiter und hilft keinem.



„Die Handlungen anderer, das Wetter, die Tatsache, dass man blondes und nicht schwarzes Haar hat, und die Tatsache, dass ein Virus derzeit die ganze Welt in Atem hält, sind außerhalb unserer Kontrolle. Bewahren wir unseren Fokus und andere Ressourcen für die Dinge auf, die jeder beeinflussen kann. Beeinflussen können wir in Wahrheit nur unsere eigenen Gedanken, wie wir auf etwas reagieren und wie wir, jeder für sich, in bestimmten Situationen entscheiden. Das ist alles, was unter unserer Kontrolle ist.“

aus: 'Der tägliche Stoiker' von Ryan Holiday und Stephen Hanselmann

13.03.2021 / HE

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