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13. März 2021: Das Leben ist schön! ----- von Annette Espenschied

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Ehrlich, ich kann's nicht mehr hören! Ob in den allabendlichen Plauderrunden im Fernsehen, ob beim Nachbarschaftplausch (natürlich mit Abstand) auf der Straße, beim Bäcker – es wird gemeckert. Über alles und jedes. Das Wetter – immer ein gutes Thema zum Meckern, die Politik im Allgemeinen und im Einzelnen – jeder weiß es besser als „Die da oben“, ob beim Sport – jeder ist der bessere Bundestrainer, und natürlich die Corona-Pandemie – sowieso alles Mist.
Sind wir eigentlich ein Volk von Meckerern und Miesepetern? Nein, glaube ich nicht. Das sind nur die, die ihre Meinung in den Medien – den öffenlich-rechtlichen, den sozialen und unsozialen - oder auf der Straße jedem kundtun. Es gibt aber auch viele, die einfach „machen“ ohne große Worte zu verlieren, die sich mit Situationen arrangieren, ohne zu lamentieren.
Es herrscht seit einem Jahr eine Corona-Pandemie in unserem Land, die viele Einschränkungen und Probleme verursacht. Das will ich hier nicht vertiefen, denn darüber kann man jeden Tag mehr als genung in den Medien erfahren. Was bringt es mir, wenn ich mich jeden Tag auf's Neue darüber ärgere und aufrege? Ändert es die Situation? Nein, sicher nicht. Es macht aber schlechte Laune, graue Haare und Falten. Es stürmt und regnet draußen – also mal wieder typisch norddeutsches Dreckwetter. Hört es auf, wenn ich mich darüber aufrege?
Liebe Mitmenschen, seht doch einfach mal die positiven Seiten! Nichts im Leben ist nur schlecht. Viele arbeiten in Zeiten der Pandemie im Homeoffice, viele finden das richtig gut, da es Fahrzeit und Fahrgeld spart und damit Lebenszeit gewinnt. Irgendwann wird man auch seine Kolleginnen und Kollegen wieder treffen dürfen, bis dahin müssen Videokonferenzen reichen.
Und dann dieses ewige Meckern über die Politik und die Politiker und Politikerinnen. Ja, okay, wenn es Missstände gibt, müssen die angesprochen und benannt werden. Aber Meckern nur um zu meckern, macht nichts besser. Unsere Volksvertreter haben wir selbst gewählt, deswegen heißen sie ja so. Jede und jeder hat die Möglichkeit, sich politisch zu engagieren und selbst an politischen Entscheidungen mitzuwirken, ob auf kommunaler, Kreis-, Landes- oder Bundesebene. Wir leben weder in einer Monarchie noch in einer Aristokratie, wo die gesellschaftliche Stellung und Erbe über die Machtverhältnisse bestimmen. Wir leben zum Glück in einer Demokratie. Demokratie lebt vom Mitmachen. Zugegeben, das ist anstrengend und erfordert ständige Kompromisse, aber ich persönlich bin sehr froh, dass mir kein „starker Mann“ (sind ja in der Regel Männer) vordiktiert, was ich zu denken und wie ich zu leben habe.
Wer sich gesellschaftlich oder politisch engagiert, merkt sehr schnell, dass er oder sie ständig angefeindet wird und es niemandem recht machen kann. Das sollte man auch gar nicht versuchen. Es sollte einen aber auch nicht daran hindern, sich weiterhin zu engagieren, solange das jeweilige Engagement der eigenen Überzeugung entspricht. Wir sind eine Gemeinschaft von ca. 83 Millionen Menschen mit genauso vielen persönlichen Einstellungen, Erfahrungen und Meinungen. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, muss diese aber nicht ständig versuchen, seinen Mitmenschen aufzudrängen. Jeder einzelne muss seinen eigenen Weg finden mit Problemen, Krisen u. ä. fertig zu werden. Da gibt es kein Richtig und kein Falsch. Nur Meckern war noch nie eine Lösung, auf kein Problem. Es löst keine Probleme, sondern schafft noch mehr. Also lieber Lösungen finden, statt zu lamentieren. Jeder muss für sich die passende Lösung finden. Unsere gewählten Volksvertreterinnen und -vertreter aber müssen für uns alle Lösungen finden – für 83 Millionen Individuen mit völlig verschiedenen Problemen und Meinungen. Davor habe ich Respekt, auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden bin. Ich bin eben auch nur eine von 83 Millionen.
Jetzt habe ich ausgiebig über das „Meckern“ gemeckert. Wenn es auch nur einen Leser zum Nachdenken bringt, wäre das schön. Und jetzt lasse ich mir die gute Laune nicht verderben. Es wird auf jeden Fall Frühling, früher oder später. Die Sonne lässt sich von Zeit zu Zeit auch mal blicken. Was will man mehr? Zeit für Hobbys, zum Faulenzen, Buch lesen. Ist doch super! Das Leben ist schön!

13.03.2021/AE

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